Geschichte

Plakate kleben in 2010
Plakat aus 2014
Plakate aus 2017

AM ANFANG DIE IDEE

Rathenow ist eine kleine Stadt im idyllischen Havelland – in der 2007 die sprichwörtlichen Bürgersteige noch vor Sonnenuntergang hochgeklappt wurden und selbst der Jugendclub viel zu früh schloss. Was tut man also als Jugendlicher, der etwas erleben will, noch dazu im Sommer? Einfach nur zu meckern oder sich gar schlafen zu legen kam für die erste Crew nicht in die Tüte. Nachdem die Vorgängerfestivals Havellaut und Flower’n’Power eingestellt werden mussten, griffen sie die Ideen und Erfahrungen auf, um selbst etwas auf die Beine zu stellen. Im Vordergrund standen von Anfang an die Positionierung gegen Rechtsextremismus, Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Rassismus in Verbindung mit einem Musikfestival: Das Laut & Bunt Festival war geboren!

Mit jedem Jahr wuchsen Team, Engagement und Zuschauerzahlen, sodass schon bald der europäische Gedanke die Kleinstadt traf: Bands auch außerhalb Deutschlands wurden eingeladen, die Bühne des Mühleninnenhofs zu bespielen. Dabei war und blieb das Laut & Bunt all die Jahre über kostenfrei für Besucher, um ein Angebot für die Region zu schaffen, an dem sich alle beteiligen können. Finanziert wurde das Event also durch Spenden, Sponsoren und durch öffentliche Fördergelder. Mehr Informationen zur Finanzierung des Laut & Bunt Festivals findest Du hier.

DER OPTIKPARK

Unser treuer Partner und zeitgleich der Veranstaltungsort des Laut & Bunt Festivals ist der Rathenower Optikpark. 2006 wurde dieser für die Landesgartenschau in unserer Stadt umgestaltet und zu einem überregionalen Highlight – der auf dem Bild zu sehende Mühleninnenhof ist dabei der Platz, den wir in jedem Jahr für unsere Zwecke nutzen. Allein im Jahr 2015 mussten wir das Feld räumen – aufgrund der Bundesgartenschau, welche Rathenow und somit den Park beanspruchte, musste das Festival leider ausfallen.

Wer mehr über den Optikpark herausfinden mag, schaut am besten auf der Website nach.

Laut & Bunt 2018
Sticker der JuSos 2010
Laut & Bunt 2017

GEGEN HASS, FÜR DEMOKRATIE

Rathenow hat als ostdeutsche Kleinstadt eine lange Geschichte rechtsextremer Gewalt und organisierter Fremdenfeindlichkeit. Vieles davon kennen wir heute nur noch aus Erzählungen, waren wir doch teilweise zu jung, um uns daran zu erinnern oder noch gar nicht geboren. Dennoch wissen wir um die Vergangenheit unserer Stadt und sehen ebenso beängstigende Tendenzen aufkeimenden Hasses auf Andersartiges in der Wahl von NPD- und AfD-Abgeordneten in das Stadtparlament (SVV – Stadtverordnetenversammlung) sowie flüchtlingsfeindlichen Bürgermärschen.

Unsere Jugendinitiative hat sich schon immer und wird sich auch weiterhin dafür engagieren, dass Rathenow laut und bunt bleibt – natürlich an mehr als nur einem Tag im Jahr. Dafür stehen wir und das Festival und dafür setzen sich auch die Besucher unseres Events als Statement für die Demokratie ein.

EINE NEUE CREW

Auf dem Laut & Bunt im Jahr 2016 verkündete die „alte“ Crew für die Besucher recht plötzlich, dass dies wohl das letzte Festival sei – die meisten waren auf dem Weg des Erwachsenwerdens in andere Städte gezogen – insofern sich niemand melden würde, es zu übernehmen. Tja, gesagt, getan!

Schon wenige Wochen später meldete sich eine neue Truppe – wir – beim Jugendkoordinator der Stadt Rathenow. Wir wollten das Laut & Bunt und alles, wofür es steht, am Leben erhalten und warfen uns blindlings in die Organisation eines Festivals. Keiner von uns hatte Erfahrung, doch die vorige Generation stand mit Rat und Tat zur Seite, sodass Laut & Bunt nicht aussterben musste. Mehr über uns in der aktuellen Besetzung erfährst Du übrigens hier!

Auch wir leben Demokratie und wollen den demokratischen Diskurs mit unserem Festival stärken und natürlich feiern. Deswegen bekam das Laut & Bunt 2017 unter unserer Führung den (ziemlich langen) Tiel „Für Weltoffenheit, Vielfalt, Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie – Gegen Extremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“. Da wir unser Engagement auf die positive Konnotation für Demokratie ansetzen, findet sich diese Kurzbezeichnung am häufigsten.

Einweisung zum Festivalgeschehen 2018
Crew bei einer Danksagung 2018
Graffitikunst aus 2017, Thema „Vielfalt“

UNFERTIG

Ehrenamtlich ein Festival zu organisieren ist nicht immer leicht; das haben wir vor allem im Jahr 2019 gemerkt. Die Mitglieder unserer Initiative hatten mit ihren eigenen Lebensumständen zu kämpfen und zugleich stand die Finanzierung des Festivals nur noch auf unfertigen Beinen; das Laut & Bunt musste schlussendlich für dieses Jahr abgesagt werden. Das heißt aber nicht, dass wir untätig waren, ganz im Gegenteil: Für die neue Saison 2020 starten wir mit vereinten Kräften und tollem Konzept in einen neuen Festivalsommer mit neuen Möglichkeiten. Wir sind heiß auf mehr!